Rüdiger W. Nitkowski


15. November 2008

Verdummung pur: Uri Geller kontaktiert Aliens

Kategorie: Medien, Verdummung – Nitkowski – 16:19

Mit angeblich durch mentale Kräfte verbogenen Löffeln erregte Uri Geller in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts erhebliches Aufsehen.
Auch weniger Leichtgläubige kamen nicht umhin zuzugeben, dass solche TV-Auftritte zumindest damals als originell und unterhaltsam empfunden wurden.

Die Anfang 2007 gesendete TV-Show “The Next Uri Geller” dagegen war nur peinlich. Ein Sammelsurium von Kandidaten, die dem Fernsehpublikum nichts als billige und leicht durchschaubare Taschenspielertricks präsentierten.
Schlechteres konnte man nicht mehr bieten - so jedenfalls dachte man im Jahr 2007.
Doch heute werden wir eines Besseren belehrt.

Heute erhofft sich Pro7 möglichst viele Zuschauer, nur weil Uri Geller nunmehr mit Aliens in Verbindung zu treten verspricht. Über ein Radioteleskop sollen dessen übersinnliche Botschaften ins All gesendet werden, um die Aliens noch heute Nacht aus der Reserve zu locken.
Vorab daran erinnert, dass Funkwellen allein bis zur nächstgelegenen Galaxie 4 Jahre Zeit benötigen, korrigierte sich Geller, dass seine Botschaften sich auch an auf der Erde lebende Aliens richten.
Warum benötigt Uri Geller überhaupt ein Radioteleskop, wenn er doch übersinnliche Kräfte besitzt?

Die Suche nach intelligentem Leben im All erscheint bei der unendlich scheinenden Grösse des Universums durchaus berechtigt. Uri Geller aber wird solches mit Sicherheit nicht finden. Wie könnte er auch, wenn er in Wahrheit doch lediglich nach Nichtintelligenten auf unserem Planeten sucht.

11. November 2008

Lieber ausgesperrt als eingesperrt

Kategorie: Politik – Nitkowski – 11:00

Parteimitglieder der SPD haben allem Anschein nach so abzustimmen, wie dies die Parteispitze erwartet. Andernfalls werden sie als “niederträchtig” und “Abtrünnige” verunglimpft und ausgesperrt.
So jedenfalls wird es derzeit bei der SPD in Hessen gehandhabt und das auch noch mit voller Rückendeckung aus Berlin.
Dass Andrea Ypsilanti nach der Wahl das Gegenteil von dem tun wollte, was sie ihren Wählern vor der Wahl versprach, erscheint den meisten Genossen als völlig normal.
Wenn jedoch einzelne Parteimitglieder von ihren demokratischen Rechten Gebrauch machen und ihre Stimmen für solchen Wahlbetrug nicht hergeben wollen, dann sind die Genossen, inklusive des Parteivorsitzenden, “geschockt”.
Jeder Mensch, auch als Parteimitglied, ist in einem demokratischen Rechtsstaat allein seinem Gewissen und nicht seiner Parteiführung verpflichtet. Das allerdings scheint bis zur SPD noch nicht vorgedrungen zu sein.
Zum Glück unterscheidet sich unsere Demokratie von totalitären Regimen zumindest noch dadurch, dass “Abtrünnige” lediglich ausgesperrt und nicht in Gefängnissen eingesperrt werden.
Wie es z.B. im ehemaligen Staate genau der Partei üblich war, um deren rechtlichen Nachfolger sich die Streitigkeiten in der Hessen-SPD drehen.