Rüdiger W. Nitkowski


12. März 2008

Kfz Screening ist verfassungswidrig

Kategorie: Überwachung – Nitkowski – 12:02

Laut Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 11.02.2008 ist das in etlichen Bundesländern seit einiger Zeit praktizierte Erfassen aller Autokennzeichen verfassungswidrig.
Drei Kläger haben somit einen Teilerfolg errungen. Um nur einen Teilerfolg handelt es sich, da das Bundesverfassungsgericht in halbherziger Weise das Screening zwar für verfassungswidrig erklärt, dieses gleichzeitig aber unter bestimmten Voraussetzungen für zulässig betrachtet.
Was ist eigentlich Kfz-Screening?
An Strassen und Autobahnen versteckte Automaten scannen pauschal jedes Kfz-Kennzeichen um es an eine Datenbank zu senden. Angeblich erfolgt dies zur Fahndung nach Straftätern.
Dies bedeutet jedoch auch, dass jeder Bürger überwacht und somit pauschal unter Verdacht gestellt wird.
Anhand der mit Screening von Kfz-Kennzeichen gesammelten Daten lassen sich mühelos für jeden Bürger komplexe Bewegungsprofile erstellen.
In Klartext bedeutet dies, ein Überwachungsstaat kann sich ausführlich davon informieren, wann und wohin wir mit dem Auto fahren.
Big Brother folgt uns auf Schritt und Tritt. In Verbindung mit unzähligen Überwachungskameras und der seit Jahresanfang erfolgenden pauschalen Speicherung aller Telefon- und Email-Kontakte lässt sich unser Privatleben bis ins Detail ausspionieren.

Angesichts solcher Möglichkeiten vermag die Stasi-Überwachung des ehemaligen DDR-Regimes nur noch als vergleichsweise harmlos zu erscheinen.

Die uns über Jahrzehnte gepriesenen Persönlichkeitsrechte und freiheitlichen Grundwerte unserer Gesellschaft sind derzeit in grösserer Gefahr, als es allgemein bekannt ist.

20. Februar 2008

Was Ihre Zeitung verschweigt

Kategorie: Überwachung – Nitkowski – 11:35

Vor einigen Tagen wurde davon berichtet, dass Einreisende aus Nicht-EU-Ländern in nahrer Zukunft ihre biometrischen Daten (Fingerabdruck, Irisablichtung) abgeben müssen.
Angesichts Terrorhysterie und einer Flut von illegalen Einwanderern finden solche Meldungen breite Zustimmung.
Anders sähe das wohl aus, wenn unsere Medien die volle Wahrheit berichten würden.
Denn nach den vorliegenden EU-Beschlüssen wird auch jeder EU-Bürger seine Fingerabdrücke hergeben müssen, sobald er nach einer Auslandsreise aus einem Nicht-EU-Land wieder in die EU einreist.

15. Februar 2008

Kidpad sammelt Fingerabdrücke

Kategorie: Überwachung – Nitkowski – 18:56

Wie man an die biometrischen Daten unserer Nachfahren kommt, zeigt eine Innovationsstudie aus dem Hause Siemens in Zusammenarbeit mit der Telekom.
Ein Tablet-PC mit Touchpad speziell für Kinder. Zum Lernen, zum Spielen und zur einfachen Nutzung kindgerechter Online-Angebote.
Kidpad heisst das Ding. Eingeschaltet wird es mit einem Fingerabdrucksensor. Warum das so ist und warum die Fingerabdrücke auch noch “auf einen Server” geladen werden sollen, erzählt Siemens nicht.
Erfolgreiche Firmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Trends rechtzeitig erkennen um zur richtigen Zeit auch die richtigen Produkte parat zu haben.
Siemens ist ein erfolgreiches Unternehmen und Fingerabdrücke sammeln liegt im Trend…