Mit angeblich durch mentale Kräfte verbogenen Löffeln erregte Uri Geller in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts erhebliches Aufsehen.
Auch weniger Leichtgläubige kamen nicht umhin zuzugeben, dass solche TV-Auftritte zumindest damals als originell und unterhaltsam empfunden wurden.
Die Anfang 2007 gesendete TV-Show “The Next Uri Geller” dagegen war nur peinlich. Ein Sammelsurium von Kandidaten, die dem Fernsehpublikum nichts als billige und leicht durchschaubare Taschenspielertricks präsentierten.
Schlechteres konnte man nicht mehr bieten - so jedenfalls dachte man im Jahr 2007.
Doch heute werden wir eines Besseren belehrt.
Heute erhofft sich Pro7 möglichst viele Zuschauer, nur weil Uri Geller nunmehr mit Aliens in Verbindung zu treten verspricht. Über ein Radioteleskop sollen dessen übersinnliche Botschaften ins All gesendet werden, um die Aliens noch heute Nacht aus der Reserve zu locken.
Vorab daran erinnert, dass Funkwellen allein bis zur nächstgelegenen Galaxie 4 Jahre Zeit benötigen, korrigierte sich Geller, dass seine Botschaften sich auch an auf der Erde lebende Aliens richten.
Warum benötigt Uri Geller überhaupt ein Radioteleskop, wenn er doch übersinnliche Kräfte besitzt?
Die Suche nach intelligentem Leben im All erscheint bei der unendlich scheinenden Grösse des Universums durchaus berechtigt. Uri Geller aber wird solches mit Sicherheit nicht finden. Wie könnte er auch, wenn er in Wahrheit doch lediglich nach Nichtintelligenten auf unserem Planeten sucht.
Bis zum Jahresende dauert es zwar noch eine Weile. Dennoch bin ich mir schon heute sicher, dass die Telekom den Werbespot des Jahres gelandet hat.
Er handelt von der wahren Geschichte eines unscheinbaren und bescheidenen Mannes, der in einer britischen Castingshow mit seinem begnadeten Gesang sogar die Jury zu Tränen rührte und über Nacht zum Superstar wurde.
Der Brite Paul Potts hat das Unglaubliche vollbracht. Jugendliche Techno-, Rock und Heavy-Metal Fans jubeln einem Opernsänger zu. Selbst härteste Rocker sind zu Tränen gerührt, wenn der Spot mit dieser Arie von Puccini läuft.
In Deutschland ist die CD von Paul Potts momentan die Nummer 1 in den Charts. Millionen von MP3-Playern, aus denen sonst nur Pop erklingt, spielen Puccini. Wer hätte das jemals für möglich gehalten?
Für mich ist dieser Telekom-Spot der Werbefilm des Jahres 2008. Vielleicht irre ich und es wird einmal der webespot des Jahrhunderts. Zumindest im vorigen Jahrhundert gab es keinen einzigen Werbespot, der so viele Herzen eroberte und so viel positives ausstrahlte.
Jüngste Umfragen in den USA lassen einen Wahlsieg des republikanischen Präsidentschaftskandidaten McCain erwarten.
In der Wählergunst der US-Bürger liefern sich Obama und McCain derzeit ein Kopf-an-Kopf Rennen, bei dem sich McCain eindeutig auf der Überholspur befindet.
In Deutschland herrscht jedoch seit Monaten ein von allen Medien Tag für Tag einseitig betriebener Rummel allein für Obama und dessen Kampagne bei der Kandidatenauswahl innerhalb seiner Partei.
Dies alles in einem Umfang, als handle es sich dabei um einen Wahlkampf zum Deutschen Bundestag.
Von der anderen US-Partei, den Republikanern und deren Präsidentschaftskandidaten McCain wird dagegen fast nichts berichtet.
Was ohne diesen Obama-Rummel ja in Ordnung wäre. Denn uns interessiert doch nur, wer im November tatsächlich der neue US-Präsident ist.
Die Einseitigkeit unserer “Nachrichten” ist nur ein Kritikpunkt. Ein anderer ist deren über Monate täglich erfolgende Wiederholung.
Bleibt nur noch abzuwarten, ob der ohnehin geringe Wert solcher Nachrichten im November vollständig auf das Niveau von “Nichtnachrichten” reduzierbar ist.
Vielleicht, wenn dann McCain der neue US-Präsident ist…