Rüdiger W. Nitkowski


19. August 2008

Teures Wasser infolge Korruption?

Kategorie: Abzocke, Umweltschutz – Nitkowski – 15:54

In keinem Land der Welt ist Wasser so teuer wie in Deutschland.
Der Deutsche zahlt für Trinkwasser das Dreifache dessen, was US-Amerikaner zahlen.
Sogar in Ländern mit nur geringem Süsswasservorkommen ist Trinkwasser billiger als in Deutschland.
So kostet Trinkwasser in Spanien weniger als die Hälfte der in Deutschland berechneten Preise, obwohl dort für dessen Aufbereitung ein immens hoher Aufwand betrieben wird (z.B. Entsalzung von Meerwasser).
Wissenschaftler und Politiker aus 140 Ländern treffen sich ab kommendem Wochenende zur Weltwasserwoche in Stockholm. Darunter auch Christiaan Poorter von der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International.
Nach Berechnungen dieser Organisation rühren weltweit bis zu 45 Prozent der den Verbrauchern berechneten Trinkwasserkosten aus korrupten Praktiken.
Übrigens verwenden in Deutschland die Gemeinden ihre hohen Einnahmen aus der Trinkwasserversorgung auch für gänzlich anderes, als für die eigentliche Wasserversorgung. Zum Beispiel werden daraus Subventionen für öffentliche Verkehrsbetriebe, öffentliche Einrichtungen oder sonstige Bauvorhaben finanziert.

14. März 2008

Biosprit verteuert unser täglich Brot

Kategorie: Umweltschutz – Nitkowski – 16:54

Was würden Hungernde in Afrika und in vielen anderen Teilen dieser Welt bei dem Gedanken empfinden, dass wir in Deutschland mit Weizen heizen? Nur weil dies inzwischen billiger ist als mit Gas oder Heizöl.
Was würden die Ärmsten dieser Welt von uns denken, wenn sie wüssten, dass wir aus Grundnahrungsmitteln wie Weizen, Mais und Soja so genannte Biokraftstoffe fertigen und in unsere Autos schütten?
Die Preise für Weizen, Mais und Soja haben sich in knapp einem Jahr mehr als verdoppelt. Kein Wunder, denn deren Preise beginnen sich angesichts einer Verwendung als Sprit immer mehr an den Rohölpreisen zu orientieren.
Ausgerechnet die armen Bewohner Mexicos bekommen die Folgen zuerst zu spüren. Ihr Hauptnahrungsmittel, das Maisbrot, ist inzwischen 3-mal so teuer und damit für viele von ihnen unerschwinglich geworden.
Weil Mexicos Maisbauern von der Biospritindustrie besser bezahlt werden als von den einheimischen Nahrungsmittelherstellern, müssen noch mehr Menschen hungern.
Uns allen sollte klar sein, dass auch unser Brot und unsere Frühstücksbrötchen schon in naher Zukunft ein Mehrfaches des heutigen Preises kosten werden.
Mit weiteren Preiserhöhungen, sobald der Erdölpreis steigt. Wahnsinn.

Last not Least - für die Umwelt tun wir mit Biokraftsoffen überhaupt nichts. Im Gegenteil. Allein die zur Produktion eingetzten Düngemittel belasten die Athmosphäre um ein Mehrfaches dessen, als man bei der Verwendung als Bio-Kraftstoff an Schadstoffen eingesparen kann.

Wahnsinn übrigens auch, dass trotz aller Umweltprobleme heute in Deutschland mehr Autos mit über 300 PS produziert und verkauft werden als jemals zuvor.
Deren übermässigen Durst mit Sprit aus Mais und Weizen zu stillen und dies auch noch als Umweltschutzmassnahme darzustellen, grenzt an Hohn.
Anstatt unser täglich Brot zu Biosprit zu verflüssigen, sollten wir vielleicht ganz einfah nur solche Autos fahren, die weniger Sprit verbrauchen.
Diese Entscheidung sollten wir treffen, bevor horrende Brotpreise zum Spritsparen zwingen.